Motopädagogik im Primarbereich/Schule
Kinder lernen durch Spiel und Bewegung, durch aktives Selbsttun. Sie erfahren die Dinge der Welt zunächst mit dem ganzen Körper, ergreifen sie mit ihren Händen – eine wichtige Grundlage für späteres schulisches Lernen. Ein pädagogischer Lehrsatz lautet: „Was ein Kind nicht im frühen Kindesalter ergriffen hat, kann es später in der Schule auch nicht begreifen.“ Oder: „Begreifen kommt von Greifen.“
Vielen Schulkindern heute fehlen diese Ersterfahrungen. Informationen über die Welt erfahren die Kinder nicht mehr selbst, sondern nur aus zweiter Hand: Computer, Fernsehen, Video haben diese entwicklungspsychologisch elementaren Grunderfahrungen längst verdrängt. Werden diese Bewegungs- und Wahrnehmungsdefizite nicht aufgearbeitet, droht zunehmend ein Scheitern der Kinder in den ersten Grundschuljahren. Lernauffälligkeiten, Lernbehinderung, Lernblockaden verbunden mit motorischer Unruhe und Verhaltensauffälligkeiten sind die Folge. Damit bleiben aber auch über die Bewegungsaktion hinausgehende wichtige soziale Erfahrungen begrenzt: Miteinander umzugehen, die Bedürfnisse anderer zu achten und sie mit den eigenen in Einklang zu bringen, lernt man auch in Bewegung.
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